Dienstag, 14. Juli 2026 · WirtschaftUS-Inflation sinkt im Juni auf 3,5 Prozent dank fallender Energiepreise
Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juni nur noch um 3,5 Prozent, gebremst durch günstigere Energie- und Benzinpreise. Ökonomen warnen jedoch vor einem erneuten Anstieg wegen der US-Iran-Spannungen.
Über die Zahl herrscht Einigkeit: Die US-Inflation verlangsamte sich im Juni auf 3,5 Prozent, wesentlich getragen von sinkenden Energie- und Benzinpreisen. Das konservative Wall Street Journal rahmt es positiv als Entlastung der Amerikaner an der Zapfsäule. Der katarische Sender Al Jazeera teilt den Befund, betont aber die Warnung von Experten, die Teuerung könne nach den erneuten US-Iran-Spannungen zurückkehren. Das wirtschaftsliberale Handelsblatt spiegelt die gemischte Marktreaktion: Die Wall Street lag nach den Daten uneinheitlich, hin- und hergerissen zwischen Teuerung, Unternehmenszahlen und dem Irankrieg. Als Fakt gilt die abgekühlte Juni-Inflation; strittig ist ihre Nachhaltigkeit. Die Quellen unterscheiden sich vor allem darin, wie stark sie die geopolitischen Risiken für die Preisentwicklung gewichten.
Wall Street Journal · Al Jazeera · Handelsblatt
Prognose · Einschätzung
●Wahrscheinlich55%
Die Inflation pendelt sich zunächst ein, bleibt aber verwundbar für neue Energiepreisschocks.
▲Schlimmstenfalls25%
Eine Eskalation am Golf treibt die Ölpreise hoch und lässt die Teuerung wieder anziehen.
▼Bestenfalls20%
Stabile Energiepreise ermöglichen einen weiteren Rückgang und Spielraum für Zinssenkungen.
Samstag, 4. Juli 2026 · GeopolitikIran beginnt Khamenei-Trauerfeier und droht mit Hormus-Gebühren
Iran beginnt Khamenei-Trauerfeier und droht mit Hormus-Gebühren
In Teheran starten die auf mehrere Tage angelegten Trauerfeiern für den am 28. Februar getöteten Ayatollah Khamenei, zu denen Iran Millionen Teilnehmer erwartet. Zugleich kündigt Teheran an, künftig Gebühren für die Durchfahrt durch die Strasse von Hormus zu erheben, was die USA zurückweisen. Die ausgesetzten Verhandlungen sollen am 11. Juli wieder aufgenommen werden.
Am 4. Juli 2026 begannen in Teheran die tagelangen staatlichen Trauerfeiern für Ayatollah Ali Khamenei, der laut den Berichten am ersten Tag des US-israelischen Kriegs gegen Iran am 28. Februar getötet worden war. Iranische Behörden gaben an, in Teheran über die kommenden Tage 15 bis 20 Millionen Teilnehmer zu erwarten; unter den Trauergästen waren dem Times of Israel zufolge auch Vertreter von Hamas und Hisbollah. Parallel erklärte Irans Botschafter in China, Teheran werde für Schiffe in der Strasse von Hormus definitiv Servicegebühren erheben, wobei befreundete Staaten eine Sonderbehandlung erhalten sollten. Die USA wiesen dies zurück und bestanden darauf, dass ein Abkommen Iran das Erheben von Gebühren untersagen müsse. US-Präsident Trump erklärte, die USA würden den Krieg gegen Iran so oder so gewinnen. Die Quellenlage stützt sich auf Live-Berichte von CNN, CBS und Times of Israel; die genauen Teilnehmerzahlen sind offizielle iranische Angaben und unabhängig schwer zu prüfen.
CNN · The Times of Israel · CBS News
Prognose · Einschätzung
●Wahrscheinlich55%
Die Verhandlungen werden nach der Trauerwoche am 11. Juli wieder aufgenommen, ohne dass Iran und USA sich schnell auf die Hormus-Gebühren und die Sanktionen einigen.
●Wahrscheinlich20%
Iran macht die Hormus-Gebühren einseitig geltend, es kommt zu Zwischenfällen mit westlichen Marinen und der brüchige Waffenstillstand bricht zusammen.
●Wahrscheinlich25%
Der grosse Trauerandrang stärkt die Führung, Teheran zeigt sich am Verhandlungstisch kompromissbereit und ein dauerhaftes Abkommen zur Öffnung von Hormus rückt näher.